Megillat Esther, die Estherrolle, erklärt in drei Sätzen, worum es bei Purim geht:

“Denn Haman, Sohn des Hamdata, der Agagiter, der Feind aller Juden, hatte gegen die Juden den Plan gefasst, sie zu vernichten. Er hatte das “Pur”, das ist das Los, geworfen, um sie aufzureiben und zu vernichten. Und als Esther vor den König kam, sprach er: mit den neuen Briefen wird sich sein schlimmer Plan, den er gegen die Juden ersonnen hatte, gegen ihn selbst kehren, und er wurde samt seinen Söhnen am Pfahle aufgehängt” (Esther 9.24-25).

Purim wird am 14. des Monats Adar gefeiert. In Jerusalem, weil es eine feste Stadtmauer hat, wird auch am 15. Adar gefeiert. Es ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes erinnert, als es in der persischen Diaspora weilte. Haman, der einflussreichste Berater des Königs Achaschwerosch (Xerxes I.), plant den Mord an allen Juden in Achaschweroschs Reich. Esther – eine Nachfahrin des ersten jüdischen Königs Schaul und eben erst persische Königin geworden -, vereitelt unter Einsatz ihres eigenen Lebens gemeinsam mit ihrem Onkel Mordechai das schreckliche Vorhaben Hamans. Per Dekret von oberster Stelle dürfen sich die Juden schließlich gegen ihr Schicksal wehren und schlagen vernichtend ihre Feinde. Haman und seine Söhne verlieren ihr Leben an eben jenem Galgen, den sie zuvor just für Mordechai hatten errichten lassen.

„Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war. Er sandte Schreiben an alle Juden in allen Provinzen des Königs Achaschwerosch nah und fern und machte ihnen zur Pflicht, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag des Monats Adar in jedem Jahr als Festtag zu begehen. Das sind die Tage, an denen die Juden wieder Ruhe hatten vor ihren Feinden; es ist der Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude verwandelte und ihre Trauer in Glück. Sie sollten sie als Festtage mit Essen und Trinken begehen und sich gegenseitig und auch die Armen beschenken.“ (Esther, 9:20-22)

Mordechais Vorschriften bestimmen bis heute den Ablauf des Purimfestes: Wir lesen in der Synagoge die Estherrolle (Megilla) vor, ohne ein einziges Wort auszulassen; Am Nachmittag des Purimtages veranstalten wir ein Festmahl (Se’udat Purim), bei dem wir essen, trinken und es uns gut gehen lassen; Wir schicken Geschenke aus Speisen und Getränken an Freunde(Mischloach Manot); Wir verteilen Almosen an Arme oder spenden für Wohltätigkeitszwecke.