Rosch Ha-Schana ist das jüdische Neujahrsfest. Es leitet die „ehrfurchtvollen Tage“ ein. Das sind zehn Tage der Umkehr zu G’tt, die ihren Höhepunkt an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, erreichen.

Der Anfang des neuen Jahres ist nach der jüdischen Tradition der „Geburtstag“ der Welt, der Zeitpunkt, an dem G’tt die Welt erschaffen hat. Die Tora nennt Rosch HaSchana „Jom HaTrua“ (Bamidbar 29:1), einen „Tag Des Schofarblasens“ bzw. „Jom HaSikaron“ (Wajikra 23:23), einen „Tag der Erinnerung“. Die Töne des Schofar, des Widderhorns, rufen an Rosch HaSchana den Menschen zur Umkehr zu G’tt auf und verkünden die Königsherrschaft des Ewigen. Unsere Weisen sel. A. sagen, dass an Rosch HaSchana das Buch des Lebens aufgeschlagen wird, in dem die Taten aller Menschen festgehalten sind. Am ersten Neujahrstag wird für jeden Mensch das Urteil geschrieben, und am Jom Kippur – am zehnten Tag, am Versöhnungstag wird es besiegelt. In den zehn Tagen wird den Menschen die Gelegenheit zur Selbstbesinnung, zur Reue über unrechte Taten und zur Bitte um Verzeihung bei ihren Mitmenschen gegeben.

Am Neujahrsabend und an den darauffolgenden Tagen grüßen wir uns mit den Worten: „Le Schana Towa Tikatew/Tikatewi“, d.h. zu einem guten Jahr mögest Du in das Buch des Lebens eingetragen werden. Beim feierlichen Kidusch sprechen wir den Segen über Wein und Brot. Das Brot wird dabei (und auch während der Zehn Tage der Umkehr) in Honig statt in Salz getaucht. Nach dem Segen tauchen wir Apfelstücke in Honig, und wünschen, dass das kommende Jahr ein gutes und süßes werden möge.

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